Hygienebeauftragte*r in Pflegeeinrichtungen

Als staatlich anerkannte*r Hygienebeauftragte*r in Pflegeeinrichtungen arbeiten Sie in ambulanten, stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen oder alternativen Wohnformen bzw. öffentlichen Einrichtungen. Laut der WPO-Pflege Hessen kennen und bewerten Sie als Hygienebeauftragte*r sowohl organisatorische, technische und betriebliche Notwendigkeiten und überführen diese in ein strukturiertes Hygienemanagement.

Sie wenden entsprechende Maßnahmen an und evaluieren diese. Sie analysieren die speziellen Gegebenheiten der stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen und setzen adäquate Lösungen um. Sie sind dank der Weiterbildung in der Lage KollegInnen und MitarbeiterInnen entsprechend anzuleiten.

Die Kosten des Regierungspräsidiums Darmstadt für die staatliche Prüfung und die Erteilung der Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung werden Ihnen direkt vom Regierungspräsidium Darmstadt in Rechnung gestellt.

Weiterbildung auf einen Blick

Start: 25.10.2021

Abschluss & Zertifikat 
Nach der staatlichen Abschlussprüfung erhalten Sie den Abschluss “staatlich anerkannte/r Hygienebeauftragte/r in Pflegeeinrichtungen“.

Kosten
1.870 €
zzgl. Prüfungkosten: 150 €

➜ Fördermöglichkeiten


Umfang und Inhalte

Die Weiterbildung Hygienebeauftragte/r in Pflegeeinrichtungen umfasst 310 Stunden Theorie, die sich berufsbegleitend in Blöcke gliedern. Davon entfallen 120 Stunden auf Grundmodule und 190 Stunden auf Fachmodule. Der Unterricht findet jeweils von 8:00 – 15:00 Uhr statt.

Jedes Modul kann einzeln absolviert werden. Jedes Modul enthält theoretische und praktische Unterrichtsstunden sowie selbstorganisiertes Lernen (SOL). Nach jedem Modul erfolgt eine benotete schriftliche und/oder mündliche Prüfung.

Es sind 110 berufspraktische Stunden zu absolvieren.

Die berufspraktischen Anteile sind in den angestrebten Einsatzgebieten abzuleisten.  Mindestens 10% der berufspraktischen Stunden sind in Form einer qualifizierten Praxisanleitung durch eine geeignete Person durchzuführen.

Grundmodul 2: Kommunikation, Anleitung und Beratung (60 Stunden)

GM 2.1. Beziehungen gestalten, Kommunikation und Konfliktbewältigung unter Berücksichtigung von gender-, kultur- und sprachförderlichen Vorgehensweisen
a) Kommunikationsmodelle und -formen
b) Sensibilisierung für Kommunikations- und sprachliche Einschränkungen wie z.B. verminderte Hör- oder Sehfähigkeit oder
eingeschränkte Ausdrucksmöglichkeiten
c) Gestaltung von Beziehungen
d) Gestaltung von Gesprächen in unterschiedlichen Situationen
e) Rollen und Rollenkonflikte
f) Konfliktmanagement
g) Konzepte, Methoden und Didaktiken des sprachsensiblen Anleitens

GM 2.2. Information, Anleitung, Schulung und Beratung unter Berücksichtigung von gender-, kultur- und sprachförderlichen Vorgehensweisen
a) Motivation und Erwartungen
b) Lernen in verschiedenen Lebensaltern und -situationen unter Berücksichtigung von Generationsunterschieden
c) Präsentations- und Moderationstechniken
d) Beratung unterschiedlicher Zielgruppen

Kompetenzen:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können auf professioneller Basis Beziehungen gestalten, kommunizieren, kooperieren sowie Konflikte bewältigen. Sie sind in der Lage zu Pflegende, ihre Bezugspersonen sowie Lernende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter professionell zu informieren, anzuleiten und zu schulen. Sie sind befähigt Anleitungen und Beratungen professionell anzubahnen und gegebenenfalls in Teilbereichen durchzuführen.

(entnommen aus der WPO-Pflege Hessen)

Grundmodul 4: Wirtschaftliche und rechtliche Grundlagen (60 Stunden)

1. Anteil des Gesundheitswesens an der Volkswirtschaft 
(zum Beispiel Sozialprodukt, Beschäftigtenzahl)

2. Struktur und Gliederung des Gesundheitswesens und dessen spezielle Aufgaben

3. Gesundheitswesen und demografische Entwicklung

4. Gesundheitliche Versorgungsleistungen (zum Beispiel Pflege) als personenbezogene Dienstleistungen

5. Wirtschaften im Gesundheitswesen

6. Markt und Wettbewerb im Gesundheitswesen

7. Einführung in die Betriebswirtschaftslehre
a) sozio-ökonomische Funktionen von Betrieben der Gesundheitswirtschaft:
b) betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren und ihre Bedeutung im Gesundheitswesen;
c) betriebliche Grundfunktionen: Beschaffung, Produktion, Absatz/Marketing, Materialwirtschaft, Organisation, Personal;
d) Grundstruktur der betrieblichen Leistungserstellung (In-, Through- und Output, Kosten und Erlöse, Effizienz),
e) Besonderheiten der Produktion von Dienstleistungen (integrative Leistungserstellung): Leistungspotenzial, -erstellungsprozess und -ergebnis, Bedeutung des Patienten bei der Leistungserstellung (externer Faktor/Co-Produzent), Bedeutung der Effektivität/Wirksamkeit (Outcomes) im Gesundheitswesen;

8. Vergütungsformen im Gesundheitswesen
a) Einzelleistungsvergütung;
b) Fallpauschalen (DRG’s);
c) Pflegestufen;
d) Leistungskataloge;

9. Anwendung der gesetzlichen Vorgaben für den eigenen Arbeitsbereich und Einschätzung der Auswirkungen bei verschiedenen Situationen
a) Grundgesetz
b) Bürgerliches Gesetzbuch
c) Haftungsrecht, Strafrecht
d) Betreuungsrecht (Freiheitsentzug)
e) Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
f) Altenpflegegesetz
g) Krankenpflegegesetz
h) Sozialgesetzbuch V, IX und XI
i) Infektionsschutzgesetz
j) Gefahrenstoffverordnung
k) Medizinproduktegesetz
l) Hessisches Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst
m) Kindergesundheitsschutzgesetz

Kompetenzen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reflektieren die Bedeutung und Struktur des Gesundheitswesens. Sie verstehen grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge und integrieren betriebswirtschaftliche Instrumente und Verfahrensweisen in ihr professionelles Handeln.Sie kennen die relevanten rechtlichen Grundlagen und berücksichtigen diese in ihrer Fach- und Führungstätigkeit in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

(entnommen aus der WPO-Pflege Hessen)

Fachmodul FMI: Mikrobiologie, Infektionskrankheiten und Prävention (90 Stunden)

1. Einführung in die berufliche Praxis

2. Mikrobiologie, Infektiologie und Bakteriologie

3. Epidemiologie von Infektionen

4. Immunologie

5. Untersuchungen
a) Methoden
b) Gewinnung von Untersuchungsmaterial
c) Erregernachweis

6. Isolierungsformen und Maßnahmen

7. Pharmakokinetik

8. Maßnahmen der Prävention
a) Methoden der Keimreduktion
b) Eigenschutzmaßnahmen
c) Sozialhygiene

9. Sterilisation und Lagerung

Kompetenzen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterscheiden die verschiedenen Arten von Mikroorganismen hinsichtlich ihrer Pathogenität und integrieren dieses Wissen in ihr professionelles Handeln und setzen notwendige Untersuchungsmethoden zielgerichtet ein.

(entnommen aus der WPO-Pflege Hessen)

Fachmodul FOH: Organisation der Hygiene in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten (100 Stunden)

1. EDV-Statistik

2. Organisation der Hygiene
a) Pläne, Richtlinien, Gesetze, Verordnungen,
b) Organigramm und Management,
c) Pflegestandards, Verfahrensanweisungen
d) Kontrolle der Umsetzung von Empfehlungen in der Pflegepraxis
e) Beratung und Schulung des Personals

3. Mitarbeit in interdisziplinären Kommissionen, 
wie zum Beispiel Hygienekommission und Baukommission

4. Dosieranlagen

5. Gerätetechnik

6. Medizinprodukte
a) gesetzlicher Rahmen (Medizinproduktegesetz – MPG)
b) Aufbereitung
c) Ver- und Entsorgung

7. Küchen-Risikoanalyse (HACCP – Hazard Analysis Critical Points), Wäscherei und Bettenaufbereitung

8. Tierhaltung in stationären Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege

Kompetenzen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen und bewerten organisatorische, technische und betriebliche Notwendigkeiten und überführen diese in ein strukturiertes Hygienemanagement, wenden entsprechende Maßnahmen an und evaluieren diese.

Sie analysieren die speziellen Gegebenheiten der stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen und setzen adäquate Lösungen um.

(entnommen aus der WPO-Pflege Hessen)

Zugangsvoraussetzungen

Staatlich anerkannter Abschluss in einem der folgenden Berufe

  • Gesundheits- und Krankenpfleger*in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*in
  • Altenpfleger*in
  • Hebamme oder Entbindungspfleger
  • Pflegefachfrau und Pflegefachmann
  • Anästhesietechnische- und Operationstechnische Assistent*in

Fördermöglichkeiten

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